Selbstdarstellung

Wenige Stunden nach den Hausdurchsuchungen und Verhaftungen der TierrechtsaktivistInnen am 21. Mai 2008 trafen sich FreundInnen, Familienmitglieder und politische AktivistInnen aus den unterschiedlichen Spektren, um den Betroffenen konkrete Unterstützung anzubieten. Was mit AnwältInnensuche, Türreparaturen, Haustiere bei sich aufnehmen, Konto einrichten, Pressearbeit oder der Planung von Aktionen begann, mündete im Laufe der Zeit in Antirepressionsarbeit, die das Ziel hatte und hat, soviel wie möglich der staatlichen Repression entgegenzuhalten.
Die Frage nach Schuld oder Unschuld der Betroffenen interessiert uns dabei nicht.

Niemals wollte oder will Antirep 2008 Sprachrohr der Betroffenen sein, denn sprechen können diese für sich selbst. Wir als Unterstützungsgruppe stehen dem Staat als Gesamtkonstrukt kritisch gegenüber, nehmen Gesetze als Unterdrückungsmechanismen wahr und fordern nicht nur die Freiheit aller politischen Gefangenen, sondern generell Freiheit für alle: Menschen, die sich „regelwidrig“ verhalten einfach wegzusperren, hat nur einen Sinn: Kontrolle, Disziplinierung und Isolation.

Antirep2008 ist ein loser Zusammenschluss mit unterschiedlichen Zugängen und ohne homogene Meinungen. Teilweise sind nach der Entlassung aus der U-Haft Betroffenen zu uns gestoßen und beteiligen sich an der anfallenden Arbeit. Wir verstehen uns als linke AktivistInnen, die gegen die ganz konkrete Repression im gegenständlichen „Fall“ kämpfen, wir unterstützen die Aussageverweigerung der Betroffenen und werden auch zukünftig bis zum tatsächlichen Ende aller Verfahren unsere Solidarität mit den Betroffenen auf die unterschiedlichsten Arten zum Ausdruck bringen.

Wir fordern die Abschaffung sämtlicher Organisationsparagraphen wie § 278, a, b, c und d StGB, da sie vor allem auch in einem rassistischen Grundkonsens wahrzunehmen sind und bis auf ganz wenige Ausnahmen ausschließlich auf MigrantInnen angewendet werden. Im gegenständlichen Fall versuchen Polizei und Gericht anhand von TierrechtsaktivistInnen auszuprobieren, ob eine Kriminalisierung politischer AktivistInnen wie in Deutschland oder in anderen Ländern auch hier möglich wäre.

Wir fordern außerdem die Einstellung aller Verfahren, die Offenlegung der politischen Hintergründe sowie die Auflösung der Sonderkommissionen innerhalb der Polizei.

Solidarität statt Paranoia!
Unser Widerstand kennt keine Grenzen!
Wir sind alle 278a!